Artgerechte Haltung

16. Mai 2017

„Artgerechte Haltung“ in der Schulfabrik

In ihrem interessanten Vortrag zeigte Frau Birgit Gegier Steiner den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen anschaulich auf. Sie ist Mutter von 5 Kindern, Pädagogin, Schulleiterin und Psychologin. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse haben sie dazu verleitet verschiedenen Studien aus diversen Fachrichtungen mit Fachexperten zu vergleichen auszuwerten und im Buch „Artgerechte Haltung“ darüber zu schreiben. Sie legte dar, wie sich die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen im Alltag und im Bereich der Schule auswirken und wie man damit umgehen kann. Unterschiede liegen zum Beispiel in der Entwicklungsgeschwindigkeit, den genetischen Anlagen, im sozialen Verhalten, aber auch im Hirn, der Wahrnehmung oder der Empfindlichkeit der Nerven.

Klar wurde, dass Chancengleichheit nicht durch Gleich-machen entsteht. Über Jahre hat man zu Recht die Chancen der Mädchen gefördert, dabei wurden aber die Bedürfnisse der Jungen vernachlässigt. Anschaulich beschrieb Frau Steiner, wie sie den Bedürfnissen von Jungen an ihrer Schule mit dem „Fussballdidaktischen Konzept“ gerecht wird. Dazu gehören viel Bewegung, Sinnaufgaben mit Sachthemen, welche die Buben interessieren, klare Führung und Leitplanken, aber auch Humor darf nicht fehlen. Damit dies aber alles funktioniert, braucht es eine tragfähige, respektvolle und gute Beziehung zwischen Lehrkraft und Schülern.

Diese Prinzipien gehören seit der Gründung zum Konzept der Schulfabrik, wie Max Sidler, Gründer der Schulfabrik, in seinen einführenden Worten hervorgehoben hat.

Pascal Zefferer, der Schulleiter von Wetzikon, zeigte anhand von eindrucksvollen Beispielen, wie diese Grundsätze in der Schulfabrik umgesetzt werden. In kleinen Klassen können die Schülerinnen und Schüler individuell gerecht nach ihren persönlichen Bedürfnissen geschult werden. Gelingt es zu motivieren, zu begeistern und Freude am Lernen zu vermitteln, entfällt Stress in der Schule und zu Hause. Lebenslanges Lernen, wie es heute in der Arbeitswelt gefordert wird, ist mit positiven Lern- und Schulerlebnissen im Rucksack eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

Beim abschliessenden Apéro und bei der Besichtigung der grosszügigen Schulräumen mit den modernen Schüler-Arbeitsplätzen, der IT-Infrastruktur und den Werkstätten, kam es zu vielen interessanten Gesprächen zwischen Schulpflegerinnen, Schulpsychologinnen, Schulleitern und den Lehrkräften der Schulfabrik. Einhellig war man der Meinung, dass der Vortrag „Artgerechte Haltung“ auch für interessierte Eltern angeboten werden müsste. Zeigen Sie also Ihr Interesse per Mail an info@schulfabrik.ch.