Klassenlager Friedrichshafen

Wetzikon, Ziegelbrücke: 22. September 2015

Sonntag

Eine grosse Herausforderung für Schüler und Lehrkräfte war das diesjährige Klassenlager der Schulfabrik. Am Sonntagmorgen um 7:30 Uhr wurden ein Teil der Ziegelbrückler nach Wetzikon gefahren, dort erfolgte der Start mit dem Fahrrad zusammen mit den Wetziker Schülern nach Friedrichshafen. Bei leider nicht so tollem Wetter nahmen 29 Fahrer die 72 Kilometer lange Strecke in Angriff. Von Pfäffikon aus, Hittnau, dem  Tösstal ging es über Bichelsee nach Wil. Dort im Sportzentrum gab es dann eine heisse Suppe und Wienerli zur Stärkung, bevor unsere Sportler der Thur entlang nach Bischoffszell weiter radelten. Das mitfahrende Begleitfahrzeug bot dann einigen Ermatteten eine willkommene Mitfahrgelegenheit. Ein letztes Durchbeissen - und bald konnte die Fähre in Romanshorn geentert werden.

Die mit dem Zug vorangereiste Gruppe erwartete die abgekämpften Fahrer mit einem Willkommensdrink und mit ausgezeichneten Spaghetti Pomodore. Das Haus war eingerichtet und die Zimmer bezugsbereit. Bei der Zimmerverteilung mussten Kompromisse getroffen werden, doch schliesslich fand jeder einen Schlafplatz.

Montag

Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht haben wir kräftig gefrühstückt, anschliessend  Fahrräder gemietet, Lebensmittel eingekauft und den Lunch vorbereitet. Um 12:30 Uhr fuhren alle mit dem Velo zur Anlegestelle für die nachmittägliche Kanufahrt auf der Schussen, einem kleinen Fluss, der in den Bodensee mündet. Nach der Instruktion durch den Vermieter ging‘s mit 2er Kanus den Fluss hinunter. Alle waren mit Schwimmwesten und Paddel ausgerüstet und freuten sich auf eine lustige Bootsfahrt. Zum Gaudi der einen kenterten ein paar Kanus bereits nach wenigen 100Metern. Nach einer Weile wurde das Kanuabenteuer aber mehr und mehr zu einer echten sportlichen Herausforderung. Das Wetter war zwar wunderschön, das Wasser aber ziemlich kalt und alle hatten mehr oder weniger Wasser im Boot. Das Paddeln machte sich in den Oberarmen bemerkbar und die 10 Kilometer kamen einem lang vor. Die Schnellsten erreichten das Ziel in Eriskirch in 2,5 Stunden, andere waren bis zu 4 Stunden unterwegs. Zur Stärkung nach diesen Strapazen wurde ein Chilli con Carne serviert und alle langten tüchtig zu.

Mit der Nachtruhe - Handy abgeben war ja Pflicht - nahmen es leider drei Jungs nicht so genau. Sie verliessen das Haus übers Dach, was ziemlich gefährlich war, um im nächsten Mac einen solchen zu kaufen. Nach ein Uhr Nachts wollten sie ins Haus zurückschleichen, wurden aber von besorgten Lehrkräften herzlich empfangen und durften in der Folge das Lager am nächsten Morgen verlassen. Sie wurden begleitet von einem weiteren Jungen, der mit der Lagerdisziplin Schwierigkeiten hatte.

Dienstag

Abfahrt dem Bodensee entlang nach Meersburg und dort mit der Fähre nach Konstanz. Die Fahrräder wurden darauf vom Begleitfahrzeug zurück nach Friedrichshafen gebracht. In Konstanz wurden Gruppen gebildet. Jeder erhielt 10 EUR für etwas zu Essen. Von Mac (jetzt offiziell) über Pizza und sogar Thai war jede Vorliebe für schülergerechtes Essen abgedeckt. Bei herrlichem Wetter lud Konstanz auch zum Shoppen ein; Einkaufstourismus war das wohl nicht, denn wir kamen ja aus Deutschland. Zurück nach Friedrichshafen fuhr uns der schnelle Katamaran der Bodenseeschifffahrt. Ein Grillabend rundete diesen tollen Tag ab.

Mittwoch

Bereits am Morgen wurde Frau Casanova verabschiedet und die Schüler dankten ihr mit einem grossen Applaus für die tollen Menüs. Sie war leider von der Pädagogischen Hochschule Zürich verpflichtet worden, am Nachmittag an einem Seminar teilzunehmen. Lieber wäre sie bei uns geblieben, denn heute stand das Schulmuseum mit einer interessanten Führung über die Entstehung und Bedeutung der Schulen in den letzten Jahrhunderten auf dem Programm. Was waren die Aufgaben der Schulen im Mittelalter, was hatte die Kirche vorgeschrieben und wie mussten die Schüler „gebildet“ werden, damit sie im dritten Reich widerspruchslos mittaten? Diese und andere Aspekte der Schulen wurden uns interessant und spannend erläutert.

Am Nachmittag radelten einige zum Startplatz des Zeppelins, der aber wegen starken Windes nicht aufsteigen konnte. Anschliessend durften diejenigen, die am Donnerstag früh wieder zurückradeln wollten, noch das Zeppelin Museum besuchen.

Zum Nachtessen gab es Pizza vom lokalen Lieferdienst. Das tolle Dessert wurde von der Küchencrew um Frau Irniger kreiert. Nachtruhe war an diesem letzten Abend etwas später, ausgenommen die zehn Velofahrer, die am nächsten Morgen wieder zurückpedalen wollten und dafür fit sein mussten.

Donnerstag

Die sportliche Frau Hasselberg sammelte ihre ebenso sportlichen Schülerinnen und Schüler zur Abfahrt mit der Fähre um 8:41 ab Friedrichshafen. Ein Begleitfahrzeug stand vorerst nicht zur Verfügung, denn dieses musste Fahrräder und Gepäck zuerst nach Ziegelbrücke und anschliessend nach Wetzikon transportieren. Endlich in Wetzikon und bereit zur Abholung von Erschöpften unterwegs, kam die freudige Mitteilung, dass alle wohlauf und gewillt seien, die ganze Strecke zu fahren! Einen Pechvogel ereilte 2 Kilometer vor dem Ziel ein Plattfuss, dieses Problem konnte aber schnell gelöst werden. Die Velogruppe traf in etwa zur selben Zeit in der Schulfabrik Kempten ein wie die anreisende Bahngruppe.

Die Bahngruppe hatte zuerst das Lagerhaus auf Vordermann zu bringen, anschliessend konnten auch diese Schüler das Zeppelinmuseum besuchen und dann - nach einem kleinen Lunch - um 12:41 die Fähre nach Romanshorn besteigen.

Fazit

Wir durften eine tolle Woche mit herrlichem Wetter, super Ausflügen und guter Stimmung erleben. Kleinere Probleme wurden erfolgreich beseitigt und Schüler und Lehrkräfte sind zu einem Team zusammengewachsen. Das wird die Arbeit im „normalen“ Unterricht positiv beeinflussen.

Es ist für eine Privatschule immer ein grosses Risiko, ein Klassenlager durchzuführen und die Leitung übernimmt sehr viel Verantwortung. Wir sind sehr dankbar, dass bisher immer alle wieder heil zurück nach Hause gekommen sind. Wenn sich alle an die Regeln halten und sich vernünftig benehmen, werden wir noch viele gelungene Lager erleben.

An dieser Stelle gilt mein Dank unseren Lehrkräften und den Eltern, die unsere Arbeit unterstützen.

Max Sidler, Gesamtschulleiter